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Was passiert, wenn Wasser in die Steckdose gelangt?

Hama SteckdosenleistenStrom und Steckdose – was ist das überhaupt? Die tatsächliche Entdeckung von Elektrizität reicht bis weit in die Antike zurück. Bereits im 6. Jahrhundert hatte Thales von Milet Elektrizität nachweisen können, da Bernstein, der zuvor mit Tüchern gerieben wurde, leichte Körper anzog. Die technische Nutzung von Strom begann jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Telegrafie. Einige Jahre später, ab 1880, wurden die Generatoren zu weitaus größeren Maschinen gebaut, um den steigenden Strombedarf der Gesellschaft zu decken, der sich zunächst noch auf Straßenbeleuchtungen in der Öffentlichkeit beschränkte, bevor er in die ersten privaten Haushalte einzog. In den letzten Jahren des 19.  Jahrhunderts entschied man sich zur Nutzung von Wechselstrom – der Strom, der auch heute noch mit einer Frequenz von 50 Hertz durch unsere Steckdosen fließt, um elektrische, elektronische und elektromechanische Geräte zu betreiben. Heute wird Strom über verschiedene Kraftwerke (Wasserkraftwerk, Atomkraftwerk, u.a.) aber auch über regenerative Energiequellen (Solar, Biogasanlage) erzeugt. Dieser gelangt über Freileitungen und Kabel unter anderem in die privaten Haushalte und versorgt über den sogenannten Sicherungskasten die Steckdosen im Haus, an denen wiederum alle elektronischen Geräte, z.B. das Handy zum Akkuaufladen, angeschlossen werden.

Funktionsweise einer Haushaltssteckdose

Was passiert, wenn Wasser in die Steckdose gelangt?Grundsätzlich kann man sagen: Was der Wasserhahn für die Wasserversorgung ist, ist die Steckdose für die Stromversorgung. Die Steckdose dient in diesem Fall als elektrische Steckverbindung zwischen zwei Leitungen und wird entweder auf der Wand im Aufputz oder direkt in der Wand installiert. Sie kann auch Teil einer mobilen Leitungskupplung (Mehrfach- oder Tischsteckdosen) sein oder als Verlängerungskabel dienen. Umgangssprachlich spricht man ausschließlich von Steckdosen, wenn über sie die Stromversorgung läuft.

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Tatsächlich gibt es weitere Steckdosen:

  • Telefonsteckdosen
  • Datenübertragungsdosen (LAN)
  • Starkstromsteckdosen (für den Herd)

Über die Haushaltssteckdosen wird der Haushalt mit Strom versorgt, der über einen Verteiler (Stromkasten oder Sicherungskasten) in den Haushalt gelangt. In der Steckdose sind einer von drei Außenleitern, ein Neutralleiter und ein Schutzleiter verbaut. Der Außenleiter steht im normalen Betrieb unter Spannung und dient der Übertragung beziehungsweise Verteilung des Stroms. Ebenso der Neutralleiter. Dieser leitet elektrische Energie im Niederspannungsnetz, zum Beispiel Telefonfestnetzanschluss. Der Schutzleiter wiederum sorgt dafür, dass eventuelle Stromfehlströme abgeleitet werden, die durch Berührungen von Personen oder Kurzschlüssen entstehen können.

Tipp! Anschluss: Grundsätzlich spielt es in Deutschland keine Rolle, in welcher Richtung der Stecker eines Elektrogerätes in der Steckdose angeschlossen wird.

Vor- und Nachteile von Strom und Steckdosen

  • Strom steht über die Steckdosen praktisch jederzeit zur Verfügung
  • verursachen keine Abfall (wie zum Beispiel Batterien)
  • es gibt spezielle Feuchtraum Steckdosenleisten
  • die Stromquelle kann nur örtlich begrenzt eingesetzt werden
  • Stromschlag oder Kurzschluss bei unsachgemäßer Anwendung

Der Kurzschluss bei Wasser in der Steckdose

Der Fauxpas ist geschehen: die Katze hat das Glas Wasser auf dem Nachttisch umgekippt, die Flüssigkeit rinnt die Wand hinab und landet zum Teil – oh Schreck – in der Steckdose. Weder Licht noch andere an den Strom geschlossene Geräte funktionieren. Was nun?  Im Stromkreis ist es zu einem Kurzschluss gekommen und der Stromfluss im Schlafzimmer oder gar in der gesamten Wohnung wurde unterbrochen. Ein Kurzschluss entsteht, wenn zwischen zwei Polen Strom fließt, ohne dass ein Gerät angeschlossen ist. Und genau das hat das Wasser hier verursacht:  Aufgrund des Eindringens des Wassers verbinden sich sozusagen Plus- und Minuspol miteinander, ohne dass ein Energieabnehmer vorhanden ist. Aus Sicherheitsgründen schaltet sich nun der FI-Schalter automatisch ab und kappt den Strom im gesamten Stromkreis, um größeren Schaden zu vermeiden.

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Zur Vermeidung von Stromunfällen gelten fünf Sicherheitsregeln, die an elektrischen Anlagen unbedingt beachtet werden müssen.

Schritt Hinweise
Freischalten FI-Schalter ausschalten beziehungsweise prüfen, ob dieser tatsächlich ausgeschalten ist
Gegen Wiedereinschalten sicher Sicherstellen, dass niemand den FI-Schalter wieder einschaltet, währenddessen Arbeiten stattfinden
Spannungsfreiheit feststellen Bevor mit den Arbeiten oder der Besichtigung begonnen wird, muss unbedingt z.B. mit einem Phasenprüfer sichergestellt werden, dass tatsächlich kein Strom fließt
Erden und Kurzschließen (im privaten Haushalten nicht notwendig) Leiter und Erdungsanlage miteinander verbinden
Angrenzende Teile, die unter Spannung stehen, abdecken oder abschranken (im privaten Haushalt nicht notwendig) Isolierende Tücher dienen als Berührungsschutz im Bereich der Mittelspannung

Tipp! Sicherheit geht vor: Bevor der Stecker aus der Steckdose genommen wird, müssen unbedingt die ersten drei Sicherheitsregeln befolgt werden, um Unfälle zu vermeiden. Bei Arbeiten am Stromkreis herrscht Lebensgefahr!

Sind also die ersten drei Regeln befolgt worden, kann der Stecker aus der Steckdose entfernt werden. Ein genauer Blick in den Stromkasten verrät, dass das Haus oder die Wohnung in verschiedene Stromkreise unterteilt ist, zum Beispiel in „Küche“, „Herd“, „Schlafzimmer“, etc. Dies hat einen sicherheitstechnischen Hintergrund, da die innerhäuslichen, verschiedenen Stromkreise gleichmäßig an die den Stromkasten versorgenden drei Außenleiter angeschlossen sind.

Nachdem der Stecker gezogen wurde, kann der FI-Schalter wieder eingeschaltet werden. Es ist durchaus möglich, dass so viel Flüssigkeit in die Steckdose gelangt ist, dass erneut ein Kurzschluss verursacht wird. Auch jetzt müssen die Sicherheitsregeln befolgt werden, Safety first! Bevor der FI-Schalter nun wieder eingeschaltet wird, wird der betroffene Stromkreis (z.B. Schlafzimmer) vom Stromnetz getrennt. Dafür wird der entsprechende Schalter umgelegt (in den meisten Fällen nach unten) und nun kann der FI eingeschaltet werden.

Trocknung der Steckdose

Eine Möglichkeit, anschließend die feucht gewordene Steckdose zu trocken, ist diese mit einem Haartrockner leicht zu trocknen. Nachdem sie getrocknet ist, kann der entsprechende Sicherungsschalter wieder eingeschaltet werden. Abhängig davon, wieviel Wasser in die Steckdose und/oder die Wand gelangt ist, kann dies jedoch weitere Kurzschlüsse verursachen. Da bei einem Kurzschluss die elektrische Stromstärke so bedeutend anwachsen kann, dass sich die Leiter erhitzen, besteht die Möglichkeit für Folgeschäden am Gerät oder gar einem Brand. Bei Unsicherheit ist es empfehlenswert, sich an einen Fachmann zu wenden. Obwohl man Strom weder sehen, noch hören oder riechen kann, ist er dennoch da. Der Fachmann kann beschädigte Steckdosen austauschen und über das weitere Vorgehen informieren. Bei unsachgemäßen Arbeiten mit Strom besteht jederzeit eine erhöhte Unfallgefahr, unter Umständen auch Lebensgefahr, die nicht unterschätzt werden darf.

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Sicherheitsmaßnahmen, die einen Kurzschluss verhindern

Das GS-Zeichen zeigt, dass elektrische Geräte auf deren Sicherheit überprüft wurden. Wenn für mehr Sicherheit Zuhause gesorgt werden soll, kann bei Neuanschaffungen auf Geräte mit diesem Siegel zurückgegriffen werden. Auch sollten elektrische Geräte (Toaster, Haartrockner, etc.) stets trocken gelagert und nur nach Betriebsanleitung verwendet werden. Dies gilt vor allem für Mehrfachsteckdosen. Und wenn niemand zuhause ist, werden die elektrischen Geräte einfach ausgeschaltet.

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Bildnachweise: Adobe Stock / Robert Kneschke, Amazon/ Hama

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